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Glücklicher und produktiver werden mit dem Flow-Zustand

Glücklicher und produktiver werden mit dem Flow-Zustand
Glücklicher und produktiver werden mit dem Flow-Zustand | Foto: © Kansuda #1994473353 – stock.adobe.com

Die meisten Menschen haben das schon erlebt oder wünschen sich das bei der Arbeit: Vollständig auf eine Tätigkeit konzentriert sein, daran Freude haben, ohne auf die Zeit zu achten. Die Rede ist vom Flow-Zustand, bei dem die Handlungen mühelos fließen. Dieser Zustand kann eine Bereicherung sein, da er ein nachhaltiges Erlebnis von Freude schafft und produktiver macht.

Was ist der Flow-Zustand?

Wer sich im Flow-Zustand befindet, ist vollständig auf seine Tätigkeit fokussiert. Die Handlungen fließen mühelos. Der ungarische Psychologe Mihály Csíkszentmihályi, ein Mitbegründer der Positiven Psychologie, hat dieses Konzept in den 1970er Jahren erforscht und als völliges Eintauchen in eine Tätigkeit beschrieben.

In diesem Zustand setzen Menschen ihre Fähigkeiten bis aufs Äußerste ein. Jeder Gedanke und jede Handlung folgt auf das Vorhergehende. Flow ist ein subjektiver Zustand. Mit ihrer gesamten Kapazität ist eine Person auf ihre Aufgaben konzentriert. Langeweile oder Müdigkeit haben keinen Einfluss. Das ist eine genussreiche Erfahrung, da alles aus reiner Freude ausgeübt wird. Die Ergebnisorientierung spielt eine untergeordnete Rolle.

Wichtig für diesen Zustand ist das Gefühl, dass die eigenen Fähigkeiten genau auf eine Aufgabe passen. Wer im Flow ist, erlebt die Emotion, dass er Dinge erreichen kann, von denen er zuvor nur geträumt hat.

Der Flow-Zustand kann bei der Arbeit, aber auch bei einem Hobby wie Malen oder Musizieren eintreten. Die Region des Hirns, die für das Hinterfragen und für Selbstzweifel zuständig ist, der präfrontale Cortex, ist im Flow weniger aktiv.

Was ist der Flow-Zustand
Wer sich im Flow-Zustand befindet, ist vollständig auf seine Tätigkeit fokussiert | Foto: © master1305 #1795080280 – stock.adobe.com

Was passiert beim Flow im Gehirn?

Beim Flow-Zustand könnte das Dopamin-Belohnungszentrum eine wichtige Rolle spielen. Das Hormon Dopamin wird mit Gefühlen wie Freude, Motivation oder Belohnung in Verbindung gebracht. Im Flow-Zustand können Menschen Untersuchungen zufolge einen höheren Dopaminspiegel aufweisen. Gefühle wie Müdigkeit oder Hunger werden nicht oder kaum bemerkt.

Die Forschungen zum Flow-Zustand sind längst noch nicht abgeschlossen. Forscher bringen diesen Zustand mit bestimmten Hirnaktivitäten in Verbindung.

Einige Forscher haben eine vorübergehende Hypofrontalität festgestellt.

Die Aktivität im präfrontalen Cortex ist geringer. Das führt zu einem Verlust der Selbstwahrnehmung und einem verzerrten Zeitempfinden. Für das Ausführen eines Prozesses sind daher mehr Ressourcen verfügbar.

Die Synchronisationstheorie ist ein weiterer Ansatz zum Flow-Zustand. Im Gehirn werden kognitive Kontroll- und Belohnungsmechanismen synchronisiert. Bestimmte Regionen im Gehirn können effektiver miteinander kommunizieren. Die erhöhte Aktivität im frontalen Cortex ermöglicht eine bessere Konzentration auf die ausgeführten Tätigkeiten und mehr Koordination.

Vorteile im Flow-Zustand

Der Flow-Zustand kann einige Vorteile bringen. Derjenige, der sich in diesem Zustand befindet, ist mit sich im Einklang und hat die Kontrolle. Mehr Zufriedenheit entsteht, da das Erreichte bereits als Belohnung empfunden wird. Das Engagement bei der ausgeführten Tätigkeit wird größer.

Wer sich im Flow-Zustand befindet, ist weniger selbstkritisch. Das führt zu mehr Kreativität. Die Konzentration auf die Tätigkeit ist größer. Menschen im Flow-Zustand haben das Gefühl, dass sie das, woran sie arbeiten, erreichen können.

Vorteile im Flow-Zustand
Derjenige, der sich in diesem Zustand befindet, ist mit sich im Einklang und hat die Kontrolle | Foto: © Seventyfour #1884350534 – stock.adobe.com

Voraussetzungen für den Flow-Zustand

Der Flow-Zustand ist bei allen Aktivitäten erreichbar, bei der Arbeit ebenso wie beim Hobby oder beim Sport. Es kommt darauf an, dass die Herausforderung den eigenen Fähigkeiten entspricht und dass die Fähigkeiten den Anforderungen der Aufgabe entsprechen.

Die Aufgabe darf nicht zu einfach sein, da sie sonst schnell langweilen würde. Sie darf aber auch nicht zu schwer sein, denn das würde zu Frustration führen.

Der Flow-Zustand ist an mehreren Merkmalen erkennbar:

  • Gefühl der Herausforderung ist vorhanden, doch sind die eigenen Fähigkeiten im Einklang mit den Anforderungen der Aufgabe
  • Die Person ist auf die gegenwärtige Tätigkeit konzentriert und richtet ihre gesamte Aufmerksamkeit darauf
  • Eine klare Zielsetzung ist vorhanden
  • Bei der Ausführung der Tätigkeit erhält die Person ein direktes Feedback über ihren Fortschritt
  • Ein Gefühl der Kontrolle über die eigenen Handlungen entsteht
  • Das Zeitempfinden verändert sich, die Zeit kann als verlangsamt oder beschleunigt erscheinen
  • Ein Gefühl von Freude an der Tätigkeit und Motivation entsteht

Wie es gelingt, in den Flow-Zustand zu gelangen

Der Flow-Zustand kann von allein eintreten, wenn Motivation vorhanden ist und die ausgeübte Tätigkeit mit den eigenen Fähigkeiten im Einklang steht. Es gibt jedoch einige Faktoren, die dabei helfen können, in diesen Zustand zu gelangen:

  • Zwischen den eigenen Fähigkeiten und der Aufgabe muss optimale Ausgeglichenheit bestehen. Die Aufgabe sollte mit einer Herausforderung einhergehen oder die Person, die sie ausführt, mit Sinn erfüllen.
  • Sich widersprechende Anforderungen sind zu vermeiden. Es ist wichtig, sich auf die nächste Stufe der Aufgabe zu konzentrieren und das Ziel klar zu definieren.
  • Selbst auferlegte Hemmnisse und Beschränkungen sollten ausgeblendet werden.
  • Für die auszuführende Aufgabe sollte genügend Zeit eingeplant werden. Der Flow-Zustand sollte daher besser für längere als für kurze Aufgaben angestrebt werden.
  • Wer in den Flow-Zustand gelangen möchte, sollte nicht danach fragen, welchen Nutzen eine bestimmte Tätigkeit oder eine Anstrengung für ihn bringt.

Für das Erreichen des Flow-Zustands kommt es darauf an, eine Balance zwischen den individuellen Fähigkeiten und der Schwierigkeit der Herausforderung zu finden.